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Zu Gast an der PAGS

Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden Württemberg, besuchte am Freitag für mehrere Stunden die Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim. Sie informierte sich ausgiebig über die vielen besonderen Aspekte dieser Gemeinschaftsschule und es kam immer wieder zu einem regen Austausch an Gedanken. Udo Müller, Rektor der Külsheimer Schule, freute sich, dass zu dem Besuch ein breiter Blumenstrauß an Interessenten gekommen sei. Er konnte in der Mensa Eltern und Lernbegleiter, Gemeinderäte und Vertreter der Stadt Külsheim, weitere Vertreter der Gewerkschaft sowie solche des Staatlichen Schulamtes Künzelsau begrüßen. Külsheims Bürgermeister Thomas Schreglmann ging kurz auf die Historie der hiesigen Bildungsanstalt ein und hob heraus, hier gebe es schon seit fünf Jahren eine Gemeinschaftsschule. Die Stadt investiere seit Jahren in diesen Bildungscampus und das „Haus des Lernens“ sei eine Erfolgsgeschichte. Etwa 500 Schüler aus der ganzen Region kämen hier zur Schule, es gebe eine hervorragende Ausstattung und der mittlere Bildungsabschluss könne hier erzielt werden. Moritz äußerte, die Schule in Külsheim sei ein klassisches Beispiel dafür, wie eine sehr gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen der Schule zu guten Ergebnissen führe. Sie wisse, was an einer Gemeinschaftsschule geleistet, manches gar neu erfunden werde. Die Vorsitzende betonte, Gemeinschaftsschulen kämen politisch derzeit unter Druck und die Öffentlichkeit sei verunsichert. Eine Gleichbehandlung von Schulen bedeute, dass jede Schule das bekomme, was sie für die Bewältigung ihrer Aufgaben benötige. Verschiedene Schulen könnten also unterschiedlich ausgestattet werden. Für „gemeinsames Lernen“, so Moritz, sei die Külsheimer Schule ein Idealbeispiel. Sie hob den regionalen Ansatz hervor, meinte, eine Schule müsse auch als Standortfaktor gesehen werden. Wichtig beim gemeinsamen Lernen sei, dass die Gemeinschaftsschule auf die Stärken der Schülerinnen und Schüler setze. In dem pädagogischen Konzept lernten die Schüler zum Beispiel, Verantwortung zu übernehmen. Der Schulrundgang aller Anwesenden führte zuerst nach draußen zur Schulband, welche praktischerweise das Motto „PAGS an, leg los, gib Gas“ spielte. Der Rektor erläuterte die Entwicklung hin zum „Haus des Lernens“. Viele Zahnrädchen hätten ineinander gegriffen, damit diese schnelle Entwicklung habe gelingen können. Inzwischen mache der erste Jahrgang an der Külsheimer Gemeinschaftsschule Realschulabschluss. Konrektorin Anja Boccagno erklärte im großen Lernatelier, wie das selbständige Arbeiten der Schülerinnen und Schüler funktioniere. Die Lernpartner Mae, Oskar und Konstantin verdeutlichten das komplette Prinzip, in welchem die Schüler individuell und selbständig lernen. Müller stellte heraus, jedes Kind werde bestmöglich gefördert. Im Vergleich zu früheren Zeiten sei es ein ganz anderes Miteinander von Lernpartnern und Lernbegleitern. Der Rektor sagte, die Schule in Külsheim sei eine Ganztagesschule. Zum Ausgleich für den Lernbetrieb seien im Außenbereich nach und nach Räume entstanden, sich anderweitig betätigen zu können. Maurice erläuterte, wie die Arbeiten im Außenbereich voran gingen. Weiter ging es in den Grundschulbereich, in eine der inklusiven Klassen. Zum Stichwort „Grundschule“ verdeutlichte Moritz, es sei ein Fehler, wenn die ersten vier Jahre noch traditionell unterrichtet werde, ehe ab der fünften Klasse das Prinzip der Gemeinschaftsschule gelte. Beim Besuch der „Lerngruppe 9“ erfuhr die Großgruppe, wie eine Berufsorientierung wissenschaftlich-technischen Bereich geleistet wird, wie Technologien vorgestellt werden und man an konkreten Beispielen zeigt, welche Berufe sich dort wiederfinden. Im Werkraum informierte Jonas, was ab Klasse fünf in Sachen Berufs Berufsorientierungskonzept wann stattfindet. Müller unterstrich sowohl den reichlichen Kontakt zu Firmen der Umgebung wie auch die entsprechenden Rückmeldungen, dass die Kinder der Pater-Alois-Grimm-Schule im Vergleich insgesamt selbständiger seien. Im Amphitheater spielte eine Gruppe von Schülern diverse Szenen, andere erläuterten im Schulgarten „Hortus pagsis“, was dort so vor sich geht und von verschiedenen Lerngruppen bearbeitet wird. Die Konrektorin und der Rektor benannten die an der Külsheimer Schule üblichen Graduierungen als „eine große Motivationsgeschichte“. Die Landesvorsitzende bekannte, sie habe einen „super Eindruck von der Schule gewonnen“. Hier werde gezeigt, wie ohne Druck gelernt werden könne. Eine Gemeinschaftsschule bedeute jedoch mehr Arbeit als an anderen Schulen und sie erwarte bei dem Thema Unterstützung von der Politik. Es sei zu wünschen, dass Schulen mit besonderen Aufgaben auch besonders ausgestattet würden. Die Gemeinschaftsschule als solche sei eine Schule, welche allen Kindern gerecht werden könne. Mit Blick auf die Lehrerkollegen sagte Moritz, diese sollten einfordern, was gebraucht werde. So benötige speziell das Coaching Zeit, was die Landesregierung derzeit nicht so sehe. Die Landesvorsitzende appellierte, Gemeinschaftsschulen sollten ihre Arbeit transparenter machen und somit die Idee der Gemeinschaftsschule stärken. In der abschließenden Diskussion sprach der Bürgermeister die fehlende Rückendeckung für die Gemeinschaftsschulen an, insgesamt müsse die Verunsicherung der Eltern aufhören. Moritz meinte, die Idee der Gemeinschaftsschulen gehöre besser vernetzt, ohne dass für die „schnellere“ Schule zusätzliche Arbeit aufkomme. Eine Gemeinschaftsschule brauche natürlich die Unterstützung des Schulträgers, dies sei in Külsheim der Fall. Die Landesvorsitzende betonte, jede Gemeinschaftsschule sei das Gegenteil einer Einheitsschule. Zu einem größeren Einzugsgebiet einer Schule gehörten oft problematische Anfahrten, die Anbindung beim Schultransport zu den Gemeinden müsse teilweise verbessert werden. Der Rektor brachte hier den Aspekt bürokratischer Grenzen ein. Wohl habe sich die Schullandschaft komplett verändert, die Fahrpläne aber würden noch nicht komplett neu überdacht. Moritz faste zusammen, dass sich alle einig seien, die pädagogische Arbeit an einer Gemeinschaftsschule sei eine größere wie an anderen Schulen. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden Württemberg hatte sich zwischendurch in das Goldene Buch der Stadt Külsheim eingetragen.