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Wintervortragsreihe 2019/2020, Vortrag: Kommunikation im 21. Jahrhundert

12.11.2019
19:30 Uhr
Stadt Külsheim
Adresse der Veranstaltung:
Altes Rathaus Külsheim
Beschreibung der Veranstaltung:

 

 

Altes Rathaus Külsheim

Dienstag, 12. November 2019, 19.30 Uhr

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Vortrag mit Ergotherapeut Andreas Dederich

Kommunikation im 21. Jahrhundert        oder

„Dass Fernsehen blöd macht ?.   Nö, ich hab noch nix gemerkt“

 

Ergotherapeut Andreas Dederich informiert über den richtigen Umgang mit neuen Medien in Kindheit und Jugend

Über wenige Themen herrscht bei jungen Eltern so viel Unsicherheit und Verwirrung wie dem des Umgangs mit digitalen Medien in der Kindeserziehung. Manche Pädagogen schwärmen davon, den Cyberspace für Kinder so früh wie möglich zur zweiten Natur zu machen, andere Experten raten zur radikalen Rückkehr zum gedruckten Buch.

Andreas Dederich, Würzburger Ergotherapeut und systemischer Familienberater mit Spezialisierung auf die Behandlung von Kindern, vertritt in dieser Debatte den Mittelweg des gesunden Menschenverstands.
Seine Grundannahmen: Spätestens seit der Verbreitung der Smartphones können wir überall und jederzeit auf das globale Datennetz zugreifen; diese Entwicklung wird sich nicht mehr umkehren; Kinder, die besonders regelmäßig mit unnatürlichen »Fremdwahrnehmungen« konfrontiert sind, leiden überdurchschnittlich häufig unter Konzentrations- und Verhaltensstörungen, Fettleibigkeit, Defiziten in der Persönlichkeitsentwicklung und der kognitiven Leistungsfähigkeit.
Die Belege hierfür kamen aus anerkannten Studien wie »KIM« und »JIM« (Kinder/Jugend, Information und Multimedia) und machten einen konservativen Eindruck. Zu deren Erkenntnissen zählte zum Beispiel, dass in Deutschland 40 Prozent der sechs- bis dreiundzwanzig Monate alten Kleinkinder den Fernseher bedienen können und dass mehrere hunderttausend Sechs- bis Zehnjährige regelmäßig nach 22 Uhr fernsehen.
Aus medizinischer Sicht kennzeichnete Dederich vor allem zwei Folgenkomplexe von ungezügeltem TV- und Computergebrauch bei Kindern. Im Kleinkind- und Vorschulalter gefährde er die Entwicklung eines gesunden Zusammenspiels der Sinne, von denen auch die modernsten Medien nur das zweidimensionale Sehen und das Hören ansprechen. Dass Junior beim Genuss der Sendung so schön ruhig ist, sei nichts anderes als das äußere Symptom einer sensorischen Überlastung. Ab dem Grundschulalter werde das Problem dann zu einem psychologischen, da ein Kind sich gerade erst ein eigenes Bild von der Realität schafft und Gefahr läuft, Handlungsmuster aus derartigen Fiktionen unbewusst zu übernehmen. »Nicht jeder, der Kampfspiele spielt, ist ein potenzieller Amokläufer,« entschärfte Dederich diese Aussage, aber: »Wenn ein echter Kerl immer gewinnt, indem er seinen Gegner umlegt, und in einer Soap jeder mit jedem in die Kiste steigt, das prägt sich irgendwann ein.«
Als Familientherapeut und zweifacher Vater hatte Dederich praktische Tipps parat. Allgemeingültige Regeln kenne er keine - ein «zu viel" sei erreicht, wenn ein Kind die Lust am physischen Spiel und der frischen Luft verliert, schulische und häusliche Aufgaben vernachlässigt. In Sachen TV und PC riet er zum Aufstellen von festen Kontingenten, die ein Kind auch „sparen" darf. Mit einer bewussten Programmauswahl, gemeinsamen Konsum und Gesprächen über das Gesehene würden die beiden sogar zu ausgezeichneten Wissensvermittlern.
Was schwer kontrollierbare portable Geräte angeht, lautete seine Empfehlung „so spät wie möglich". Wenn der Wille zum eigenen Fernseher, Rechner oder Luxushandy irgendwann gar nicht mehr bezwingbar ist, solle ein Jugendlicher sich das Geld für das Gerät schließlich nach alter Väter Sitte selbst verdienen. Bei alledem erinnert der Fachmann die Eltern aber auch an ihre Vorbildfunktion. „Wenn ich nicht jeden Abend vor der Glotze hänge, dann kommt mein Kind auch nicht auf die Idee." Alexander Gutmann
Veranstalter: Stadt Külsheim